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Begriffserklärungen

Akutes Nierenversagen

Dialyse:
Die Dialyse (gr. διάλυσις dialysis „Auflösung“) ist ein Blutreinigungsverfahren („Künstliche Niere“).
Sie wird angewandt, wenn es zu einem Nierenversagen kommt. Die Dialyse ist neben der Nierentransplantation die wichtigste Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen und eine der Behandlungsmöglichkeiten bei akutem Nierenversagen.
Die weltweit erste „Blutwäsche“ (wie sie damals hieß) beim Menschen wurde 1924 von Georg Haas durchgeführt. Den Durchbruch brachte jedoch erst Willem Kolffs Trommeldialysegerät auf der Basis von semipermeablen Schläuchen aus Zellophan 1945. Diese künstliche Membran erlaubte eine kontrollierte Blutreinigung von definierten Stoffmengen.

semipermeablen Membran vorbeigeführt wird. Auf der anderen Seite der Membran befindet sich eine keimfreie, sauberen Lösung und kleine Poren lassen einen Substanzausgleich zu. Kleinmolekulare Substanzen können die Membran passieren und bewegen sich von der höheren zur niedrigeren Konzentration. So werden also Giftstoffe aus dem Blut in die saubere Lösung gespült.
Die Blutbestandteile, die durch die Poren passen, strömen in die Dialyselösung, die sich auf der anderen Filterseite befindet. Der Filter wird ständig von frischer Lösung durchströmt (mind. 500 ml/min). Das so gereinigte Blut wird wieder in den Körper hineingeleitet. Die Hämodialysebehandlung muss in der Regel mindestens ca. 4–5 Stunden (Nachtdialyse bis 8 Stunden) pro Sitzung und dreimal in der Woche durchgeführt werden (abhängig von Körpergewicht, Nierenrestfunktion, Herzleistung). Die Verlängerung der Dialysezeit bringt nachgewiesenermaßen prinzipiell eine bessere Lebensqualität und eine Lebensverlängerung mit sich.

Hämofiltration

Bei der Dialyse wird Blut gegen eine Spülflüssigkeit gereinigt. Bei der Hämofiltration wird Blutwasser über eine Membran abgepresst und anschließend Elektrolytlösung zurückgeführt. Die Hämofiltration ermöglicht schnelle Volumenveränderungen im Patientenkörper. Als Spontanfiltration (erstmals von Professor Dr. med. Peter Kramer in Göttingen eingesetzt) bezeichnet man ein Verfahren, bei dem durch Eigendruck des Patientenkreislaufs Plasma abgepresst wird, um die Herzfunktion bei Herzversagen akut zu unterstützen.

Hämo(dia)filtration

Die Hämodiafiltration bezeichnet ein extrakorporales Verfahren zur Blutreinigung, bei dem die Hämodialyse und die Hämofiltration in Kombination angewendet werden. Dieses Verfahren kommt insbesondere bei chronischer Niereninsuffizienz zur Anwendung und ermöglicht sowohl die Entfernung von nieder- als auch von mittelmolekularen Substanzen bei kontrolliertem Ersatz des Ultrafiltrats durch physiologische Elektrolytlösung.

Hämoperfusion

Bei der Hämoperfusion wird das Blut durch Adsorbenzien (z. B. Aktivkohle) gepumpt, dadurch können bestimmte fettlösliche oder proteingebundene Stoffe (z. B. organische Lösungsmittel, Insektizide, Pilzgifte) aus dem Blut entfernt werden.

Peritonealdialyse

Die Bauchfelldialyse ist auch unter dem Begriff Peritonealdialyse (PD) bekannt. Es gibt unterschiedliche PD-Verfahren, z. B. CAPD (continuously ambulatory peritoneal dialysis, kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse), IPD (intermittierende PD), NIPD (nächtliche intermittierende PD) etc. Die Wahl des Verfahrens hängt unter anderem von den Transporteigenschaften des Peritoneums und der Grunderkrankung des Patienten ab.

Das Bauchfell (Peritoneum) ist eine seröse Haut, die die Bauchhöhle auskleidet und große Teile des Darms umhüllt. Es ist ein gut durchblutetes Gewebe, das zum Beispiel auch eine wichtige Funktion in der Immunabwehr des Körpers spielt. Aufgrund des besonderen Aufbaus kann das Peritoneum ebenfalls als „Filtermembran“ genutzt werden: Hierzu wird dem Patienten ein Schlauch (Katheter) in die Bauchhöhle implantiert. Über diesen Katheter wird eine Dialyselösung in den Bauchraum gefüllt und dort über mehrere Stunden (z. B. bei CAPD) oder für 20–30 Minuten (z. B. IPD) belassen. Die kleinmolekularen Substanzen können nun aus dem Blut über die Kapillargefäße des Bauchfells in die Dialyselösung übertreten, da ein Konzentrationsgefälle herrscht.
Die Dialyselösung muss nach einer bestimmten Zeit (in der Regel etwa vier bis sechs Stunden bei CAPD) abgelassen und durch eine frische ersetzt werden.
Ein Vorteil dieses Verfahrens ist die Schonung des Kreislaufs, so dass auch alte und herzkranke Patienten behandelt werden können. Ein weiterer möglicher Vorteil ist die weitgehende Unabhängigkeit der Patienten von einem Dialysezentrum (auch die Hämodialyse kann man zu Hause selbst durchführen, der Aufwand ist aber deutlich höher, eine Hilfsperson – z. B. Ehepartner – und das Dialysezentrum für die Überwachung der Behandlung sind erforderlich). Bei Eignung kann man die Dialyse zu Hause durchführen, auch Urlaubsreisen sind möglich.
Ein Nachteil ist die Gefahr, dass die Bauchhöhle bei einem möglichen Kontakt mit der Umgebung mit pathogenen Keimen infiziert wird, die Patienten müssen daher beim Wechseln der Lösungen sehr steril arbeiten. Limitiert ist das Verfahren durch das Körpergewicht und die Nierenrestfunktion – ist das Gewicht zu groß und die Nierenrestfunktion zu klein, eignet sich die PD weniger.

Niere

Aufgaben der Niere
Neben der Entfernung von Stoffwechselgiften aus dem Körper hat eine gesunde Niere eine Reihe weiterer lebensnotwendigen Aufgaben.
Regelung des Flüssigkeitshaushaltes durch Steuerung der Wasserausscheidung.
Regelung des Elektrolythaushaltes durch Steuerung der Konzentration von Ionen wie Natrium, Kalium, Calcium und Phosphat in den Körperflüssigkeiten.
Regelung des Säure-Basen-Haushaltes durch Steuerung der Säureausscheidung.
Entfernung von Medikamenten und Giften aus dem Körper.
Abgabe von Hormonen in das Blut, welche den
Blutdruck (Renin),
die Bildung roter Blutkörperchen (Erythropoetin) und den
Knochenstoffwechsel (Vitamin D3) regulieren.
Bei Menschen mit chronischer Nierenkrankheit sind eine oder mehrere dieser Funktionen der Niere gestört.

Nierenkrankheiten

Man unterscheidet zwischen
angeborene Nierenerkrankungen (Nichtanlage von Nieren, Zystennieren u.v.m.)
erworbene Nierenerkrankungen durch
Blutgefäßkrankheiten und Hochdruck
Diabetes mellitus (häufigste Erkrankung)
Autoimmunkranheiten (Glomerulonephritiden)
bösartige Erkrankungen

Nierenversagen
siehe unter „akutes Nierenversagen“


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